Tag 23: Samarkand – Tashkent

Tagesziel ist die usbekische Hauptstadt Tashkent, die 1966 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde. Die Sowjets hatten wenig Interesse am Aufbau von Baudenkmälern. So wurden nur wenige Prachtbauten nach der Unabhängigkeit des Landes rekonstruiert – die große Moschee und eine Koranschule, in der der älteste handgeschriebene Koran der Welt aus dem 14. Jahrhundert liegt. Ein wahrhaft riesiges Buch – sehr beeindruckend.

Immer wieder „schmücken“ Botschaften die Landschaft.

Abfahrt ist schon um 7:45 Uhr, damit wir nachmittags noch die Sehenswürdigkeiten bestaunen können. Es sind doch gut 300 Kilometer zu fahren, und die Straße ist nur zum Teil frei von Schlaglöchern. Erst einmal geht es durch ein großes Industriegebiet. Hier baut MAN Lastwagen und demnächst auch Busse. Da wundert es uns nicht mehr, dass alle neueren Lkw im Lande von MAN sind, aber kein Mercedes oder Volvo zu sehen ist. MAN hat im Lande auch einen TÜV eingerichtet – für Mercedes-Lkw vermutlich eine schwer zu nehmende Hürde. Dass aber sonst nur ältere Lastwagen aus Sowjet-Produktion zu sehen sind, hat einen anderen Grund: Auf Autos, die nicht im Lande hergestellt werden, sind 80 Prozent Steuern fällig. Deshalb sind an Pkw auch nur ebenfalls in Usbekistan gebaute Chevrolets unterwegs – neben alten Ladas aus Russland.

MAN baut Lkw in Usbekistan und hat dem Land den TÜV gebracht.

Ein kleiner Chevi kostet hier nur 5000 Dollar, genau soviel ist für die sechssitzigen Kleinbusse hinzulegen, die massenweise als Sammeltaxis unterwegs sind. Eine größere Limousine kostet 9000 Dollar. Für die Usbeken werden die Autos aber immer teurer, weil ihre Währung So’m rapide an Wert verliert, sie aber den Kaufpreis seit kurzem in Dollar zahlen müssen.

In Usbekistan feiert man den Internationalen Kindertag.

Kurz vor Zwei erreichen wir Tashkent und fahren an einem Park vorbei, vor dem es nur so wimmelt an Erwachsenen und Kindern. Der Grund: Es ist internationaler Kindertag, und da unternehmen anders als bei uns Eltern oder Großeltern in Usbekistan etwas mit den Kleinen. Wir sehen auch das prächtige neue Stadion. Die Usbeken können zwar nicht Fußball spielen, sind aber absolute Fans des Spiels. Im hiesigen Fußballsender wurde sogar über die Relegation Wolfsburg – Braunschweig berichtet.

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